Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll oder nicht? Und für wen ist die BU Versicherung sinnvoll: für Beamte, Studenten, Selbständige oder Angestellte? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich für alle Menschen sinnvoll, die ihre Arbeitskraft und damit ihr Einkommen absichern wollen. Gesetzliche Hilfen in Form der Berufsunfähigkeitsrente im Falle einer Berufsunfähigkeit gibt es nämlich nicht, weshalb Betroffene nicht selten in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Daher bietet sich der Abschluss einer BU Versicherung sowohl für Arbeitnehmer wie auch für Beamte, Selbstständige und sogar für Studenten, Azubi und Schüler an.

Ursachen einer Erwerbsminderung.Ein Auszug aus dem DAK Gesundheitsreport

Aktuelle Entwicklungen bei psychischen Erkrankungen
Der Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen ist eine
der auffälligsten Entwicklungen in Bezug auf die
Krankenstandskennziffern in den letzten Jahren. Der DAKGesundheitsreport
verfolgt diese Entwicklung seit Jahren.
Im DAK-Gesundheitsreport 2012 finden sich zahlreiche Sonderanalysen
zu diesem Thema. Die nachfolgenden beiden Abbildungen fassen
die aktuellen Entwicklungen zusammen.
Es zeigt sich in Abbildung 15, dass auch im Jahr 2013 die Zahl der
Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen weiter angestiegen ist.
Mit 212,8 Fehltagen bezogen auf 100 Versichertenjahre sind es
4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Krankschreibungsfälle
stieg nur leicht von 6,1 Fällen im Jahr 2012 auf 6,2 Fälle je 100 Versichertenjahre
im Jahr 2013.
Nach dem relativ steilen Anstieg der Entwicklung zwischen den Jahren
2005 und 2011 entwickelt sich der Anstieg der Arbeitsunfähigkeitsfälle
aufgrund psychischer Erkrankungen nun etwas moderater.

Sichern der Existenz besser schon in ganz jungen Jahren in Angriff nehmen.

Erst arbeitsunfähig …
Psychische Erkrankungen sind immer häufiger die Ursache für Krankschreibungen von Arbeitnehmern. Auch 2012 stiegen sowohl der Anteil der Krankschreibungen (AU-Fälle) als auch der Anteil der betrieblichen Fehltage (AU-Tage), der psychisch bedingt ist. Der Anteil der AU-Tage hat sich von 2000 bis 2012 fast verdoppelt (plus 96 Prozent). Inzwischen gehen knapp 14 Prozent aller betrieblichen Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück. Diese Zunahme ist vor allem auf die immer längere Dauer der Krankschreibungen zurückzuführen. 2012 fehlte ein psychisch erkrankter Arbeitnehmer durchschnittlich 34 Tage. Insgesamt fehlten 2012 Arbeitnehmer über 80 Millionen Tage in ih-ren Betrieben. Psychische Erkrankungen sind damit der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit nach Muskel-Skelett-Erkrankungen.

dann erwerbsunfähig …
Wegen psychischer Erkrankungen müssen Arbeitnehmer weit vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Ein Versicherter, der aufgrund einer psychischen Erkrankung in Rente gehen muss, ist durchschnittlich erst 49 Jahre alt. „Dass psychische Erkrankungen so häufig und so früh zu Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit führen, liegt auch daran, dass psychisch kranke Menschen nicht oder nicht rechtzeitig behandelt werden“, stellt BPtK-Präsident Richter fest. Psychisch kranke Menschen warten in Deutschland rund drei Monate auf einen ersten Termin in einer psychotherapeutischen Praxis. Viele geben bei der Suche nach einem Behandlungsplatz auf und bleiben unbehandelt. In Deutschland erhält überhaupt nur jeder dritte psychisch Kranke eine Behandlung. „Für diesen Missstand findet das deutsche Gesundheitssystem seit Jahren keine angemessene Lösung“, kritisiert Richter. „Wir brauchen dringend einen Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung.“

Tipps für Selbstständige

Altersvorsorge aus eigener Hand

An erster Stelle bei der Altersvorsorge steht für Selbstständige die Frage, ob eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung möglich und sinnvoll ist. Zusätzlich können Sie zum Beispiel eine Rürup-Rente abschließen.

Klar, beim Start in die Selbstständigkeit haben Unternehmer wenig Zeit, sich um Altersvorsorge zu kümmern. Die Geschäftsidee steht im Vordergrund. Doch das Thema sollten sie nicht auf die lange Bank schieben. Denn auch für Selbstständige gilt, dass frühes Sparen hohe Renditen begünstigt.
Sozialversicherung

Gesetzliche Rente, berufsständische Versorgung oder Künstlersozialkasse. Selbstständige haben je nach Berufszweig unterschiedliche Zugänge zur Sozialversicherung.
Riester-Rente

Auch Selbstständige können unter bestimmten Voraussetzungen in die Riester-Rente einsteigen – entweder direkt oder über ihren Ehepartner.
Rürup-Rente

Die nach ihrem Erfinder Bert Rürup benannte Basisrente bietet vielen Selbstständigen eine steuerlich geförderte Möglichkeit zur Altersvorsorge.
Sonstige private Altersvorsorge

Aktien, Fonds oder festverzinsliche Staatspapiere. Wer sein Geld fürs Alter auf dem freien Markt anlegt, sollte sich gründlich beraten lassen.
Berufsunfähigkeit

Das Risiko Nummer eins – nicht nur für Selbstständige. So sichert man sich ab.
Risikolebensversicherung

Vor allem für Hauptverdiener mit Familie und einem noch nicht abbezahlten Eigenheim ein Muss.
Krisensituationen

Das Leben birgt Überraschungen – auch negative. Welche Auswirkungen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Berufsunfähigkeit auf die einzelnen Vorsorgeprodukte haben.
Quelle:Vorsorge.de

Tun Sie Ihrem Kind einen gefallen!!!

 

ow

BPtK 16. Januar 2014
Immer mehr Neuroleptika für Minderjährige

Besonders starker Anstieg bei atypischen Antipsychotika

 

Immer mehr Kinder und Jugendliche werden mit Antipsychotika behandelt. Nach einer Analyse der Verordnungsdaten der BARMER GEK fordert eine Forschergruppe um Prof. Dr. Christian Bachmann von der Uniklinik Marburg eine kritische Ursachenanalyse und gegebenenfalls strengere Verschreibungsleitlinien. Denn Antipsychotika (synonym: Neuroleptika) haben gravierende Nebenwirkungen wie z. B. erhebliche Gewichtszunahme, Bewegungsstörungen, hormonelle und Herzrhythmusstörungen.

 

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, denen Antipsychotika verschrieben wurde, ist zwischen 2005 und 2012 um 41,2 Prozent gestiegen. Bei den sogenannten atypischen Antipsychotika beträgt der Anstieg sogar 129 Prozent. Jede zweite Verordnung entfällt inzwischen auf das atypische Antipsychotikum Risperidon. Atypische Antipsychotika hätten nach Einschätzung der Wissenschaftler nur vermeintlich weniger Nebenwirkungen als die klassischen Antipsychotika. Auch die behauptete überlegene Wirksamkeit sei fraglich.

 

„Die BPtK kritisiert seit Langem, dass Psychopharmaka verordnet werden, wenn es dafür keine ausreichende Indikation gibt. Häufig werden Psychopharmaka auch statt Psychotherapie eingesetzt, weil es nicht genügend niedergelassene Psychotherapeuten gibt“, erklärt BPtK-Vorstand Peter Lehndorfer. „Es ist inakzeptabel, wenn bei Kindern und Jugendlichen aus diesen Gründen gesundheitliche Risiken in Kauf genommen werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss sollte die Verordnung von Antipsychotika bei Kindern und Jugendlichen ebenso einschränken, wie er es bei der Verordnung von Methylphenidat (Ritalin) bereits getan hat.“ Mit Blick auf die Nebenwirkungen und die unzureichenden Studien zur Wirksamkeit sollten Antipsychotika nur von Experten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen verordnet und die Therapie zudem sorgsam überwacht werden.

 

Die häufigsten mit der Verordnung von Risperidon verbundenen Diagnosen sind Hyperaktivität (61,5 Prozent) und Störungen des Sozialverhaltens (36,5 Prozent). Für Hyperaktivität ist Risperidon gar nicht, für Störungen des Sozialverhaltens nur dann zugelassen, wenn diese Kinder sehr aggressiv und darüber hinaus unterdurchschnittlich intelligent sind. Der größte Teil der Verordnungen erfolgt daher vermutlich „off-label“, also ohne dass diese Medikamente für diese Erkrankung zugelassen wären.

 

In einigen westlichen Industrieländern erhalten inzwischen bis zu zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen Antipsychotika. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland hier mit 0,3 Prozent nur einen mittleren Rangplatz. Doch der Anstieg ist rasant. Ursachen vermuten die Autoren der Studie unter anderem im intensiven Marketing der pharmazeutischen Unternehmen und einer im Vergleich zur Psychotherapie schnelleren und einfacheren medikamentösen Behandlung.

 

Literatur: Bachmann, C. J. et al. (2014). Antipsychotika-Verordnungen bei Kindern und Jugendlichen. Deutsches Ärzteblatt, 111, 25 – 34.

Berufsunfähigkeit: Keine Rente für Arzt mit eigener Praxis.

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Wenn ein Zahnarzt seine Praxis durch einen Vertreter fortführen lässt, hat er keinen Anspruch auf eine Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. So ein Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG), das sich aber auf Leistungen aus einem Versorgungswerk bezieht.

Vor dem OVG Lüneburg landete der Fall einer Zahnärztin, die in Folge mehrerer Erkrankungen Anfang des Jahres 2007 berufsunfähig geworden war. Zu dieser Zeit und auch während ihrer vorherigen Krankheit hatte ihre Praxis weiter geöffnet, sie blieb auch Inhaberin. Ein Vertreter behandelte währenddessen die Patienten.

 

Wegen ihrer Berufsunfähigkeit verlangte sie nun vom zahnärztlichen Versorgungswerk Niedersachsen die Zahlung der zugesagten Rente, die sie aber nicht bekam. Das Versorgungswerk stellte sich auf den Standpunkt, dass sie weiter die Praxis fortführe und deshalb keine Leistungen gewährt werden. Lediglich falls sie ihr Unternehmen vermiete oder verpachte, stehe ihr die Rente zu.

 

Das Verwaltungsgericht Lüneburg sprach der Ärztin die Zahlungen zu, dagegen klagte wiederum die Gegenseite vor dem OVG. Die Richter dort kassierten das Urteil und entschieden im Sinne des Versorgungswerks. Dessen Alterssicherungsordnung sieht nur bei “Aufgabe der zahnärztlichen Tätigkeit” ein Anrecht auf die Rente vor. Wenn ein Vertreter in der Praxis weiterhin die Patienten versorgt, ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, entschieden die Richter (AZ: 8 LB 7/08).

 

Das Urteil hat aber keine Auswirkung auf die Kunden privater Versicherer. “Ich gehe sicher davon aus, dass eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in diesem Fall die Rente zahlen würde”, sagt Vanessa Reetz, Produktmanagerin beim Volkswohl Bund. Zwar gebe es immer eine Einzelfallprüfung, doch die Tarife der privaten Anbieter unterscheiden sich vom Versorgungswerk. Neben der tatsächlichen Berufsunfähigkeit wird bei Selbstständigen geprüft, ob der Betroffene seinen Betrieb umorganisieren und damit den Verlust seiner Arbeitskraft kompensieren kann.

 

Eine Zahnärztin müsste dann beispielsweise einen Vertreter einstellen und selbst – so weit möglich – Büroarbeiten erledigen. Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherungen stehen ihr dann höchstwahrscheinlich aus zwei Gründen zu. Erstens entstehen hohe Einkommensverluste durch den Lohn für den Mitarbeiter, zweitens entspricht die Tätigkeit in der Verwaltung nicht der vorherigen Lebensstellung der Zahnärztin. Beides Gründe für die Gewährung der Rente